Wie
immer bei einer Dioramengestaltung stand am Anfang eine Idee und etwas
Skizzenarbeit, um die richtige Größe und Aufteilung des
Geländes bei optimaler Platzausnutzung zu ermitteln.
Grundidee war es das Fertigmodell in einer möglichst realistischen
Umgebung zu platzieren und dabei den geringst möglichen Platz zu
verbrauchen. Da 1:18er Modelle recht groß sind ergibt es sich
zwangsläufig das die Dioramenfläche entsprechend
größer ausfällt. Dies zu optimieren dauerte einige
Zeit. Denn neben der Größe spielte auch die Fertigungszeit
eine Rolle, das Diorama sollte in nur einer Woche fertig sein.
In meinem Holzlager fand ich eine passende Spanplatte, welche nicht
mehr großartig zugesägt werden mußte und auch die
richtige Stärke von 22mm hatte. Mit PU-Hartschaumblöcken
wurde auf der Bandsäge die groben Konturen des Geländes
vorgeschnitten. Diese wurden dann mit PU-Schaum und Epoxidkleber
auf der Platte festgeklebt und in die finale Form gebracht.
Dabei war das Zurichten der Geländekanten der meiste Aufwand. Erst
wurden die überstehenden Schaumblöcke mit der Bandsäge
gestutzt. Dabe mußte darauf geachtet werden, das die Kanten
möglichst senkrecht blieben. Anschließend wurde der gesamte
Schaum mit eingedicktem Epoxidharz bestrichen um ihn stabil zu machen.
Die Außenkanten wurden mit einer aus Epoxidharz und
Füllstoffen selbst erstellten Spachtelmasse abgespachtelt und
mehrfach geschliffen und übergespachtelt. Dieser Vorgang war der
zeitraubendste aber auch der wichtigste, da davon die gesamte Wirkung
abhing. Eine unsaubere Kante läßt das gesamte Diorama
unsauber wirken, daher ist hier die Zeit gut investiert.
Die Kante wurde dann mit schwarzer Dispersionsfarbe gerollt und trocknen gelassen.
In der Zwischenzeit wurden die Pflanzen vorbereitet. Es ist gar nicht
einfach ide verschiedenen Vegetationszonen im Dschungel genau zu
bestimmen ohne Fotos. Grundsätzlich baut sich der Urwald aber wie
folgt auf: 1. Boden, 2. Bodendeckschicht aus abgestorbeneb
Blättern und Pflanzenteilen, 3. niedrige Bodendecker (z.B. Farne),
4 Buschwerk, Bäume und hohe Urwaldpflanzen.
Diese Pflanzenzusammenstellung ist recht dicht und erfordert eine ganze
Menge unterschiedlicher Pflanzen, selbst auf kleinem Raum.
Von meinem Diplomfilm Alien Neighbourhood, einem Puppentrickfilm, hatte
ich Unmengen an Kunstpflanzen eingelagert. Es ist nämlich nicht
ganz einfach die passenden Pflanzen auf die Schnelle zu bekommen und
für meinen Film hatte ich für fast 200 Euro Pflanzen besorgen
müssen. Diese hatteich sogfältig verpackt und eingelagert, so
das ich darauf schnell zugreifen konnte. Beim Maßstab gab es kaum
Probleme, da die meisten Pflanzen botanisch nicht korrekt wiedergegeben
sind sondern einfach auf passende Blattgrößen und vielfalt
geachtet wurde. Einzig der Farn war zufälligerweise im passenden
Maßstab.
Neu hinzugekauft wurde nur ein Plastikbonsai aus dem Baumarkt, der viele kleinen Blätter wegen.
Aus den einzelnen Pflanzenteilen wurden unterschiedliche Pflanzen
generiert, Dazu wurden diese mit Heißkleber an einem Zahnstocher
fixiert. Der Heißkleber besteht aus dem gleichen Kunststoff wie
die Pflanzen und schmilzt diese quasi zusammen. Der Zahnstocher dient
als "Wurzel" mit dem die Pflanze später einfach "eingepflanzt"
werden kann, aber dazu später mehr.
Nach dem trocknen der ersten Harzschicht auf den Gelände wurde
eine weiter pastöse Schicht aufgetragen. Hierzu wurde das Harz mit
Thixotopiermittel eingedickt bis es nicht mehr verläuft. Die
schicht wurde dann vor allem auf dem Weg den der Panzer nimmt
aufgetragen und anschließend mit Frischhaltefolie abgedeckt.
Nicht etwar damit sich nicht schlecht wird. Nein, um die
Panzerkettenabdrücke in den Boden zu bekommen. Der Patton wurde
einfach auf die Folie gestellt und eingedrückt. Nach dem
Härten konnte er und die Folie wieder problemlos entfernt werden.
Auf den Waldbodenbereich wurde auf das feuchte Harz Sand und andere
passende Materialien aufgestreut. Das Harz wurde dazu vorher mit
brauner Acrylfarbe eingefärbt. Dazu rührt man die Farbe
einfach in das frisch angerührte Harz ein. Dieses ist dann
völlig durchgefärbt und braucht anschließend mit nicht
ganz soviel Farbe übermalt werden.
Wären der zweiten Trockenphase fertigte ich den Urwaldriesen.
Einen typischen Baumstumpf eines Urwaldbaumes. Das hierzu
benötigte Material waren ein Papprohr (Faxrolle), Karton,
Heißkleber, Polyestervlies und Epoxidharz.
Aus dem Papprohr und der Kartonnage wird die Grundform mittels
Heißkleber zusammengestückelt. Das Ganze ist nicht
schön aber Zweckmäßig und geht schnell. Um den Stamm
wird dann das Polyestervlies gewickelt und festgeklebt. Dies mindert
die harten Kanten und gibt Volumen. Über alles wird dann eine Lage
eingedicktes Epoxidharz gestrichen und trocknen gelassen. Dazu habe ich
das vordere Ende des Papprohrs einfach in den Schraubstock eingespannt.
Nach dem Trocken wird der Baum mit Magic Sculp fein detailliert und nach einer weiteren Trockenphase farblich gestaltet.
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