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Verarbeitung von Resin-Bauteilen
Info für Modellbaueinsteiger
von Th. Schrecke
 2002 überarbeitet 2005

Inhalt:

  1. Allgemein
  2. Vorbereiten der Teile
  3. Umgang mit Resinbauteilen
  4. Schleifen
  5. Verkleben
  6. Stumpfe Klebestellen
  7. Verspachteln von Resinteilen
  8. Lackieren

Allgemein

Sogenannte Resin-Bausätze bestehen aus, im Gießverfahren hergestellten, Bauteilen von mehr oder weniger guter Qualität. Hinter dem Begriff „Resin“, der aus dem Englischen kommt, verbirgt sich ein Polyurethan Gießharz. Polyurethan ( kurz: PU oder PUR) ist einer der vielseitigsten Kunststoffe und wird in der Industrie in mannigfachen Anwendungen eingesetzt. Wir haben täglich hunderte von Produkten in den Händen die alle aus Polyurethan gefertigt sind, obwohl sie völlig unterschiedliche Materialeigenschaften haben. Sei es das Autolenkrad, das Sitzpolster, die Kissenfüllung oder Schuhsohle, alle bestehen aus Polyurethan.

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Bauteile eines Resinbausatzes, hier der Mistel 5/6

Das für die Modellbausatzherstellung eingesetzte Material, besteht aus zwei Komponenten und einem Füllstoff. Jeder Hersteller hat da so seine eigene Mixtur. Allen gemeinsam ist aber, daß sie aus Polyurethan bestehen. 

In ausgehärteter Form ist Polyurethan gesundheitlich unbedenklich. Je nach Qualität und Zusammensetzung ist es mehr oder weniger UV-Lichtempfindlich und neigt zum Vergilben und Verspröden, wenn es nicht lackiert wird. In seinen einzelnen Komponenten allerdings ist es, je nach Zusammensetzung, mehr oder weniger gesundheitsschädlich. Nach dem Ausreagieren allerdings besteht keine Gefahr mehr. 
 

Vorbereiten der Teile

Der Herstellungsprozeß bedingt, daß die Bauteile immer mit einem dünnen Film eines Trennmittels behaftet sind, der wie der Name schon sagt, zur Aufgabe hat, die Teile von der Form zu trennen. Da Polyurethan die Eigenschaft hat sich mit fast allem auf ewig zu verbinden ist dies zwingend nötig. 

Da dieser Film allerdings auch Lacke und Farben hervorragend trennt, ist es unbedingt nötig ihn zu entfernen. Dazu sollen, je nach benutztem Trennmittel, die passenden Reinigungs- und Lösemittel eingesetzt werden. 

48 Special Models verwendet ein Wachs als Trennmittel. Dies ist deutlich zu fühlen, wenn man die Teile anfaßt. Dieses Wachs löst sich gut mit Waschbenzin und Nitroverdünnung. Azeton sollte nur sparsam verwendet werden, da dieses Lösemittel zu den wenigen gehört, welches auch das Polyurethan angreift.
Nach dem reinigen mit Lösemittel sollte eine Behandlung mit einer Seifenlauge erfolgen (abwaschen mit normalem Geschirrspülmittel). 

Das Trennmittel ist dann vollständig entfernt, wenn das Wasser nicht mehr abperlt, sondern sich auf der Oberfläche verteilt. Da alle Bauteile sehr glatt sind empfiehlt es sich die Teile vor der Bemalung mit einem 500-600er Schleifpapier oder -vlies anzuschleifen.

Umgang mit Resinbauteilen

Natürlich gibt es auch beim Resinmodellbau so manchen speziellen Kniff, den man kennen sollte. Viele Modellbauer denken der Bau von Resinmodellen sei schwieriger als der Bau herkömmlicher Plastikmodellbausätze. In einigen Punkten mag das stimmen. Im Großen und Ganzen jedoch ist ein Resinbausatz leichter zu verarbeiten. Einzig das handwerkliche Geschick des Modellbauers wird mehr gefordert. Und das ist es doch worum es uns beim Modellbau geht. Vorgefertigte Teile zusammenkleistern kann schließlich jeder.

Wie auch beim Spritzgußmodell muß man sich am Anfang erst das Gefühl für das Material erfühlen. Dazu kommt, dass der Aufbau eines Resimodells etwas vom üblichen Bausatz abweicht. Dies wir bedingt durch das Herstellungsverfahren, weches nur bestimmte Bauteilformen zuläßt. Darüber hinaus bestehen viele Resinbausätze eigentlich aus verschiedenen unterschiedlichen Materialien und sind somit eigentlich Multimedia-Bausätze.
Häufig enthalten sie Ätzteile oder Drähte oder ander Kleinteile aus verschiedenen Materialien, welche sich in Resin nicht herstellen lassen oder, aus Resin gefertigt, einfach den Materialbelastungen nicht standhalten würden.

Dies ist eigentlich ein besonderer Vorteil des Resinmodells. Denn in manchem Plastikbausatz befinden sich Plastikteile, die man aufwendig durch selbstgefertigte, stabilere oder detailgenauere Teile ersetzen muß.

Wie immer im Modellbbau sollte vor der Arbeit die genaue Lektüre des Bauplanes  stehen. Besonders jedoch bei Resinmodellen. Da diese häufig aus Kleinserienfertigung stammen und naturgemäß nicht über perfekte, hochglanzgedruckte Baupläne verfügen. Manche Umbausätze sind sogar selbsterklärend und werden ohne Bauanleitung geliefert (z.B. Schleudersitze und Räder).

Das Resinbauteil ansich folgt, herstellungsbedingt, meist dem gleichen Bearbeitungsprinzip. Das Teil sitzt an einem Anguß. Meist zusammen mit anderen Teilen und muß von diesem möglichst beschädigungsfrei getrennt werden. Das Abbrechen hier nicht die Lösung ist weiß der erfahrene Modellbauer schon vom Spritzgußmodellbau her. Aber der Cutter oder die Zange sind auch nur bedingt geeignet.

In vielen Fällen hilft nur eine Feinsäge. Mit ihr wird das Bauteil, mit großzügigem Abstand, vom Anguß abgetrennt. Der Vorteil ist, nichts kann Splittern. Dannach wird mit Schleifpapier und Feile der Angußgrate entfernt.

Bei kleineren Teilen kann ein sehr scharfes Messer benutzt  werden. Dünne Teile lassen sich Anritzen wie Polystyrolplatten, und dann abbrechen.  Dabei sollte genügend Abstand zum Bauteil gelassen werden, da die Bruchkante manchmal auswandert und eventuell das Bauteil beschädigen kann. 

Schleifen

Wurde das Teil abgetrennt, muß meistens ein mehr oder weniger großer Anteil Material entfernt werden. Dies kann durch abschleifen und/oder schnitzen mit dem Messer geschehen.

Vorher muß jedoch gesagt werden, daß Schleifstäube im allgemeinen und PU-Schleifstäube im speziellen, beim einatmen eine Gesundheitsgefahr  darstellen. Bei PU-Schleifstäuben wird dies bedingt durch die sogenannte Lungengängigkeit des Staubes. Das bedeutet, daß er sich ähnlich wie z.B. Asbest oder Glasfasern in der Lunge festsetzen kann und dadurch eine Gesundheitsgefahr darstellt. Doch keine Panik! Diese Gefahr besteht nur bei täglichem Verarbeiten großer Mengen ohne passende Sicherheitsmaßnahmen. 

Dennoch sollten einige Verarbeitungsgrundregeln beherzigt werden. 

1. Möglichst naß schleifen. Das bedeutet ein wasserfestes Schleifpapier mit Wasser tränken und erst dann schleifen. Das Wasser verhindert nicht nur eine Staubbildung, es fördert auch den Schliff. Die geschliffene Fläche wird ebenmäßiger und läßt sich schneller bearbeiten.

2. Regelmäßig den Schleifstaub mit einem Staubsauger entfernen.

3. Für ausreichende Belüftung sorgen.

Verkleben

Polyurethane sind ansich selbst hervorragende Klebstoffe. Da es jedoch recht umständlich ist kleine Teile im Zwei-Komponenten-Klebeverfahren zu verkleben, ist ein einfacher Schnellkleber oder Cyanoacrylat das einzige taugliche Hilfsmittel. Sogenannte Sekundenkleber, wie sie landläufig genannt werden, haben die Eigenschaft sich hervorragend zum Kleben dieses Materials zu eignen. 
Teile die so verklebt werden lassen sich nicht ohne Beschädigung wieder trennen. 

Stumpfe Klebestellen

Im Gegensatz zu Plastikmodellen haben die meisten Resinbauteile keine Führungsstifte oder Passhilfen. Dies bedeutet man muß sie sich selbst schaffen oder darauf verzichten.  Ein einfacher Trick ist eine Papierschablone. Will man z.B. eine Tragfläche an eine Flugzeugrumpf montieren und hat hier nur zwei glatte Flächen, welche stumpf aufeinander geklebt werden, ist eine Passhilfe notwendig. In diesem Fall wäre auch eine strukturelle Unterstützung sinnvoll, will man verhindern, daß die Fläche nicht anfängt früher oder später durchzuhängen. Da Resine bei Wärme nachgeben ist diese Gefahr bei Schweren oder Großen Bauteilen durchaus gegeben.

Mittels einem Stück Halbkarton und einem Bleistift überträgt man die Kontur der Klebestelle auf den Karton. Dann schneidet man die Schablone aus und markiert die Position für die Paßstifte. Mit eine Aale oder einer Nadel überträgt man nun die Position auf beide Teile und bohrt anschließend die nötigen Löcher. Vorausgesetz man arbeitet sorgfältig, sollten die Stifte nun sauber passen. Kleinere Korrekturen sind durch ausweiten der Löcher in eine Richtung möglich. Diese müssen beim Verkleben dann mit etwas mehr Klebstoff bedacht werden.

Ein vorheriges, spaltfreies Anpassen der Klebeflächen ist Voraussetzung für eine saubere Passung. Beim Verkleben kann man einen Trick anwende um zu verhindern, daß die Bauteile sofort untrennbar verklebt sind und Korrekturen nicht mehr möglich machen. Wie beim Schweißen punktet man die Teile mit wenigen Klebepunkten zusammen um sie so zu fixieren. Stimmt deren Position wird der Spalt mit superdünnflüssigem Klebstoff gefüllt. Der Klebstoff zieht in alle ritzen und härtet vollflächig aus. Muß man die Position korrigieren läßt sich das Teil vorher noch einmal lösen und erneut anpunkten. Die alten Klebepunkte sollten davor allerdings abgeschliffen werden, da sie sonst den Abstand der Bauteile erhöhen.

Verspachteln von Resinteilen

Damit ist nicht das aufessen gemeint. Das sollte man mit Resinteilen nicht machen, da sie sehr scharfkantig  und unverdaulich
sind, wäre dies ungesund. Daher gilt: Von Kindern fernhalten, Kein Spielzeug!

Das füllen von Spalten und Defektstellen hingegen ist beim Resinmodell etwas anders als beim Plastikbausatz. Wachsspachteln kann man hier getrost vergessen und auch die Spachtelmassen für Polystyrolbausätze funktionieren hier nicht!
Eigentlich ist es viel einfacher ein Resinmodel zu verspachteln und schneller geht es auch. Das Zauberwort heißt  Sekundenkleber! Da Resine und Sekundenkleber chemisch verwand sind reagieren sie mt enormer Kraft miteinander. Beim Kleben der Teile wird einem das schnell klar. Diesen Effekt kann man zum Füllen kleiner oder auch großer Defektstellen nutzen.

Kleine Spalten werden einfach mit einem dickflüssigen Sekundenkleber,
in mehreren dünnen Schichten, gefüllt. Um das Trocknen zu beschleunigen oder wenn eine ältere Charge Klebstoff verwende wird, kann ein Aktivatorspray eingesetzt werden. Doch  Vorsicht dieses Zeug hat es in sich. Sowohl beim Beschleunigen der Trocknung als auch in gesundheitlicher Hinsicht. Aktivatorsprays sollten unbedingt nur in sehr gut gelüfteten Räumen und kleinen Mengen verwendet werden! Das einatmen, auch passiv sollte möglichst vermieden werden. Selbiges gilt übrigens auch für Sekundenkleber. In kleinen Mengen und gelegentlich eingesetzt sind sie unbedenklich. Aber nach einem ganzen Tag im Bastelkeller ohne Frischluft zufuhr wird die Sache gefährlich. Daher immer ein Fenster oder die Tür offen lassen!

Um großflächige Defekte auszugleichen eignet sich ein mittelviskoser Sekundenkleber besser. Dellen in einer Tragfläche lassen sich damit, durch schichtweisen Auftrag, nach und nach ausgleichen. Dabei sollte darauf geachtet werden, daß nicht unnötig viel Klebstoff aufgetragen wird, da dieser sonst langwierig wieder abgeschliffen werden muß. Sekundenkleber ist härter als Resin und demzufolge schwerer zu schleifen.

Bei großen Defektstellen kann z.B. ein Reststück Resin eingepasst und mit Sekundenkleber eingeklebt werden. Dies erleichtert das Zurechtschleifen erheblich. Auch das vorherige Auffüllen der Spalte mit Schleifstaub oder Resingranulat erleichtert das Verschleifen und spart obendrein teuren Klebstoff.
Beim verfüllen mit Schleifstaub sollte ein sehr dünnflüssiger Klebstoff eingesetzt werden, der den gesamten Staub durchzieht. Ein Vorgehen in Schichten ist empfehlenswert.

Lackieren

Wie oben bereits erwähnt, ist die Vorbehandlung des zu lackierenden Bauteils das A und O beim PU-Resin. Vorausgesetzt die Trennmittelschicht wurde entfernt und die Oberfläche ist leicht angeschliffen worden, steht einer Lackierung nichts mehr im Wege. Zum Anschleifen sollte ein sehr feines ca. 600-800er Naßschleifpapier verwendet werden. Die Teile danach mit klarem Wasser spülen und möglichst nicht mehr mit bloßen Händen anfassen um erneutes einfetten durch Hautfett zu vermeiden. 

Grundsätzlich sollte die erste Schicht aus einem Primer (Grundierung) oder Vorstreichfarbe auf Kunstharz- oder Nitrobasis bestehen. Diese haben fettlösende Eigenschaften und beseitigen so auch den letzten Rest trennender Substanzen auf der Oberfläche. Diese Vorbehandlung sollte generell auch bei anderen Materialien erfolgen!
Acryllacke tendieren dazu leicht abzuplatzen und wenig kratzfest zu sein, wenn sie direkt auf das Polyurethan gespritzt oder gestrichen werden. Deshalb sollte ein Filler oder Primer eingesetzt werden, um eine Haftvermittlung zu ermöglichen. Einige Hersteller bieten mittlerweile sogar spezielle PUR-Grundierungen an.

Nachdem diese Schicht vollständig getrocknet ist, kann wie gewohnt mit jeder andern Modellbaufarbe weiter lackiert werden. Es empfhielt sich dennoch ein Zwischenschliff mit 800er Naßschleifpapier, nach jedem Farbauftrag. Dieser glättet die Lackschicht zusätzlich und erhöht, besonders bei Glanzlacken, die Haftung.

PU-Teile und Modelle sollten immer lackiert werden, da sie wie oben bereits angesprochen, empfindlich auf UV-Licht reagieren. Eine Lacksicht ist eine Schutzschicht gegen diese Schädigung.  


Die hier veröffentlichten Beiträge sind geistiges Eigentum des Verfasseres und unterliegen dem Urheberrecht. Eine Vervielfältigung auf welche technische Art und Weise auch immer, Veränderung und/oder Nutzung ohne das ausdrückliche schriftliche Einverständniss des Verfassers ist unzulassig und verstößt gegen geltendes Recht und ist daher verboten!
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